Polizeiberichte vom 14.9.2021

Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizeipräsidium Ludwigsburg – Herrenberg-Gültstein: Tatverdächtiger nach mutmaßlicher versuchter Vergewaltigung und sexueller Belästigung in Untersuchungshaft

Am Sonntagmorgen soll es zwischen 08:25 Uhr und 08:35 Uhr in einem als Schienenersatzverkehr genutzten Reisebus im Bereich von Gültstein zu einer sexuellen Belästigung gekommen sein. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll ein junger Mann eine 16-Jährige angesprochen haben, die sich allein im oberen Deck des Doppeldeckerbusses aufhielt. Im weiteren Verlauf soll der Mann verbal zudringlicher geworden sein und versucht haben, die Jugendliche zu sexuellen Handlungen zu überreden. Dabei soll er mehrfach den Schambereich der Jugendlichen berührt und ihr den Mund-Nasen-Schutz vom Gesicht gezogen haben. Im Nachgang stieg der zunächst Unbekannte an einer Bushaltestelle aus und ging davon.

Einige Stunden später, gegen 14:00 Uhr, alarmierte eine 19 Jahre alte Frau über den Notruf die Polizei. Die ersten polizeilichen Ermittlungen in der Wohnung der jungen Frau in Gültstein ergaben, dass der ebenfalls 19 Jahre alte Ex-Freund versucht haben soll, sie zu vergewaltigen. Die 19-Jährige soll sich hiergegen gewehrt haben, worauf der Tatverdächtige sie gewürgt haben soll. Der junge Mann wurde noch vor Ort vorläufig festgenommen.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 19-Jährige auch dringend tatverdächtig hinsichtlich der Begehung der mutmaßlichen sexuellen Belästigung im Bus ist. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde der afghanische Staatsangehörige am Montag einem Haftrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl wegen des Verdachts der versuchten Vergewaltigung und sexuellen Belästigung erließ, diesen in Vollzug setzte und den Tatverdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt einwies. Die Ermittlungen dauern an.(pol/sta)

Landkreise Böblingen und Ludwigsburg: „Sextortion“ – organisierte Erpressung auf sexueller Grundlage; Warnung vor Cyberkriminellen

Eine neue Freundschaftsanfrage über Facebook. Augenscheinlich handelt es sich um eine junge hübsche Frau. Der 44-jährige Herr M. nimmt die Anfrage an. Zunächst wird gechattet und im weiteren Verlauf schlägt die Frau vor, auf einen Videochat umzusteigen. Während des weiteren Kontakts fordert sie Herrn M. auf, sich auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich selbst durchzuführen. Im Gegenzug sichert sie zu, Selbiges zu tun. Dazu kommt es aber nicht. Nachdem Herr M. der Aufforderung nachgekommen ist, stellt er fest, dass er gefilmt wurde – der Chat wird abgebrochen. Einen Tag später wird Herr M. erneut kontaktiert. Er wird aufgefordert, Geld zu transferieren, ansonsten würden die kompromittierenden Aufnahmen auf diversen sozialen Medien veröffentlicht. Die Angst vor der Veröffentlichung der intimen Aufnahmen treibt Herrn M. dazu, zweimal knapp 100 Euro zu überweisen. Die Transaktionen gehen an eine Adresse in Afrika. Nach einem weiteren Tag werden erneut 250 Euro von Herrn M. gefordert, der sich nun zur Anzeige entscheidet.

So wie Herrn M. ergeht es vielen. Dieses Kriminalitätsphänomen nennt sich „Sextortion“. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern Sex und Extortion – Erpressung – zusammen und beschreibt demnach eine Erpressung auf sexueller Grundlage.

Vor allem zwei Varianten dieser Masche werden häufig zur Anzeige gebracht:

Bei der „Klassischen Variante“ lernt der Betroffene, wie im Fallbeispiel, zunächst eine fremde Person über ein soziales Netzwerk wie Twitter, Snapchat, Instagram oder Facebook kennen. Der Betroffene und die fremde Person kommunizieren miteinander. Mit dem Ziel, das potenzielle Opfer dazu zu überreden, sich vor seiner Webcam auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen, lenken die Täter die Kommunikation schnell auf eine Video-Telefonie um. Dabei zeichnen sie diese sexuellen Handlungen auf und drohen im Anschluss daran, dieses Video oder Bild im Internet zu veröffentlichen, falls der geforderte Geldbetrag nicht gezahlt würde.

Bei der sogenannten „Spam-Variante“ verschicken die Täter an ihre Opfer per E-Mail ein Erpresserschreiben, in dem sie behaupten, von ihrem Opfer kompromittierende Sexvideos aufgenommen zu haben und dann Geldbeträge fordern, damit diese dann nicht veröffentlicht werden. Häufig werden derartige E-Mails massenweise ohne konkretes Ziel als Spam-Mails verschickt.

Das Phänomen „Sextortion“ betrifft mehrheitlich zwar Männer, aber auch Frauen können davon betroffen sein.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, der die Landkreise Böblingen und Ludwigsburg umfasst, ist ein Anstieg der angezeigten Fälle zu verzeichnen.

Die Aufklärungsquote der Sextortion-Fälle ist gering. Meistens sind die Drahtzieher in Banden organisiert, operieren vom Ausland aus oder nutzen sogenannte Bots* , um ihre Erpresserschreiben per Mail zu verteilen.

Die steigenden Fallzahlen zeigen, dass es sich um ein anwachsendes Problem handelt. Die Kriminalpolizei geht zudem von einer gewaltigen Dunkelziffer aus. Scham dürfte viele Opfer, die bereits Geld an die Erpresser gezahlt haben, von einer Anzeigenerstattung abhalten.

Um nicht Opfer dieser Erpressungsmasche „Sextorsion“ zu werden, gibt die Polizei folgende Empfehlungen:

   - Nehmen Sie nie Freundschaftsanfragen von fremden Personen an.
   - Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und 
     Privatsphäre-Einstellungen.
   - Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher 
     Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.
   - Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu. Im Zweifel: 
     kleben Sie die Chatkamera zunächst ab, um lediglich verbal zu 
     kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.
   - Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in 
     Videochats zu, wenn Sie die Person erst seit kurzem kennen.
   - Halten Sie Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf Ihren 
     online-genutzten Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder 
     Computer immer auf dem aktuellen Stand, um sich vor 
     Schadsoftware, sogenannter Malware, zu schützen. Es gibt 
     Malware, die Ihre Webcam problemlos aktiviert und Sie damit 
     jederzeit filmen kann.

Sollte es bereits dennoch zu einer Erpressung gekommen sein, wird folgendes Handlungsmuster empfohlen:

   - Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung 
     meist nicht auf.
   - Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
   - Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, 
     dass das Bildmaterial gelöscht wird. Nicht angemessene Inhalte 
     kann man dem Seitenbetreiber über eigens hierfür eingerichtete 
     Buttons melden.
   - Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, 
     reagieren Sie nicht auf Nachrichten.
   - Sichern Sie die Chatverläufe und Nachrichten mittels Screenshot.

*Unter einem Bot (von englisch robot ‚Roboter‘) versteht man ein Computerprogramm, das weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeitet, ohne dabei auf eine Interaktion mit einem menschlichen Benutzer angewiesen zu sein (Quelle: Wikipedia – angerufen am 13.09.21).(pol)

BAB 8/Stuttgart: Kontrollaktionen gegen Drogen im Straßenverkehr

An zwei aufeinanderfolgenden Montagen (06. und 13.09.) führten die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg sowie Beamte verschiedener Polizeirevier des Polizeipräsidiums Ludwigsburg im Bereich der Raststätte „Sindelfinger Wald“ Verkehrskontrollen mit der Zielrichtung der Bekämpfung von Drogen im Straßenverkehr durch. Beide Kontrollen fanden nachmittags statt. Insgesamt wurden an den beiden Tagen 155 Fahrzeuge und 188 Personen kontrolliert. Bei fünf Fahrzeuglenkern ergab sich der Verdacht, dass sie unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen, als sie am Straßenverkehr teilnahmen. In drei dieser Fälle wurden bei der anschließenden Durchsuchung der Fahrzeuge auch Betäubungsmittel aufgefunden. Es werden in der Folge auch Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzt eingeleitet. Des Weiteren stellten die Beamten bei vier kontrollierten Fahrzeugen, drei PKW und ein Motorrad, Veränderungen wie beispielsweise Rad-Reifen-Kombinationen, getönte Scheiben oder bestimmte Seitenspiegeln fest, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führten. Insgesamt wurden acht Gurtverstöße und ein sogenannter „Handyverstoß“ registriert. Darüber hinaus hatten drei Fahrzeuge mangelhafte Bremsen und ein Fahrzeuglenker war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Auch Verstöße gegen die Landungssicherung wurden angezeigt. Vor Ort überprüften die eingesetzten Beamten außerdem 296 Dokumente auf ihre Echtheit. (pol)

Herrenberg: Unfallflucht in der Adlerstraße

Ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker beschädigte zwischen Sonntag, 19:30 Uhr und Montag, 19:00 Uhr einen in der Adlerstraße in Herrenberg abgestellten Mercedes und verursachte einen Sachschaden in Höhe von etwa 2.000 Euro. Das Polizeirevier Herrenberg nimmt unter Tel. 07032 2708 0 Zeugenhinweise entgegen.(pol)

Hildrizhausen: Randale im Linienbus – Junge Männer bedrohen und beleidigen Busfahrer

Drei junge Männer im Alter von 18, 19 und 20 Jahren bedrohten und beleidigten am Montag gegen 20:55 Uhr einen Busfahrer in Hildrizhausen. Der 19-Jährige geriet bei dem Vorfall so in Rage, dass er sogar den Bus beschädigte.

Die drei Tatverdächtigen wollten mit dem Bus der Linie 752 von Hildrizhausen in Richtung Holzgerlingen fahren und stiegen an der Haltestelle „Altdorfer Straße“ in Hildrizhausen in den Bus ein. Da keiner der drei Männer eine gültige Fahrkarte hatte, sollten sie Fahrscheine lösen. Der 19-Jährige verhielt sich daraufhin sehr aggressiv, beleidigte und bedrohte den Busfahrer. Auch seine beiden Begleiter beleidigten den 53-Jährigen mit Kraftausdrücken. Der 19-Jährige schlug sogar gegen eine Trennscheibe und spuckte dagegen.

Als der 19-Jährige immer aggressiver wurde, zogen seine Freunde ihn aus dem Bus. Der 53-Jährige schloß daraufhin die Türen und wollte losfahren, als der 19-Jährige die Türen wieder gewaltsam öffnete, den Bus betrat und den 53-Jährigen lauthals anschrie. Wieder außerhalb des Fahrzeuges trat er mehrfach gegen den Bus, warf eine Flasche dagegen und zerbrach die Abdeckung eines Rücklichts. Als der Bus losfuhr, begab sich der 19-Jährige auf die gegenüberliegende Straßenseite und trat dort mehrfach gegen Mülltonnen und eine Glasscheibe.

Alle drei Tatverdächtigen konnte im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung zwischen Hildrizhausen und Altdorf vorläufig festgenommen werden. Sie müssen sich nun wegen Sachbeschädigung und Beleidigung verantworten.(pol)

 

 

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